Über den Autor und die Vorgeschichte
Not macht erfinderisch, könnten böse Zungen behaupten. Denn der eigentliche Grund für das intensive Bemühen und Erforschen der Heiligen Schriften durch den Autor war der Wunsch nach einer Ehe mit einer muslimischen Frau, ohne dabei die eigenen christlichen Wurzeln aufgeben zu müssen.
Doch was dabei herauskam, war eine Erkenntnis, die mit nichts aufzuwiegen scheint: Die Heiligen Schriften von Juden, Christen und Muslimen lassen sich nicht nur irgendwie unter einen Hut bringen, im Sinne von „Synkretismus“, nein, sie bilden vielmehr eine Einheit.
Mit dieser Erkenntnis konnte der Autor für sich guten Gewissens den islamischen Glauben, welcher seiner Überzeugung die Bibel als verbindliche Grundlage mit einschließt, an der Universität von Al-Azar in Kairo im August 2002 annehmen.
In dem darauffolgenden Jahr bereiste er dann im Juli/August Israel. Besonders gefiel ihm Jerusalem, die Stadt, in der alle drei Religionen nebeneinander existieren.
Doch leider erschien ihm diese Stadt wie auf eine gespenstische Weise geteilt. Wie sehr diese Teilung durch den Glauben bedingt ist, wurde ihm erst dort richtig bewusst.
Durch die Tora und das Evangelium und den Koran, die alle für ihn inzwischen gleichermaßen das Wort Gottes bedeuteten, hatte er keine Probleme mehr, mit Juden den Sabbat zu feiern, mit Muslimen auf dem Tempelberg zu beten und sich in seiner christlichen Unterkunft an der Gemeinschaft mit seinen Mitbewohnern zu erfreuen.
Wie leicht ließen sich diese beklemmend voneinander abgeschotteten Parallelgesellschaften überwinden und wie wunderbar würden sich die Praxis und Tradition dieser Gemeinschaften ergänzen.
Und wäre diese Einsicht nicht der Schlüssel, damit der Konfliktherd „Naher Osten“ endlich zur Ruhe käme?
Auf weiteren Reisen zu Veranstaltungen des interreligiösen Dialogs in Deutschland, Frankreich und Italien, konnte der Autor erkennen, wie groß der Wunsch nach Gemeinsamkeit ist. Er konnte jedoch bis heute niemanden finden, der die Heiligen Schriften als Einheit liest oder in der Praxis entsprechend umsetzt. Auch in der Literatur fehlt ein vergleichbarer Ansatz.
Doch gerade hierin sieht der Autor die große Faszination, wie auch die persönliche und gesellschaftliche Heilsbedeutung der Heiligen Schrift.
Durch diesen Eindruck gestärkt, machte er sich also daran, seine Erkenntnisse zu Papier zu bringen.